Videoclip: Lüftung und Feuchte
Videoclip: Filter in Lüftungsanlagen
Videoclip: Materialwahl bei Lüftungsleitungen
Videoclip: Lüftungsanlage: Dichtheit des Systems
Videoclip: Qualitätskriterien bei Lüftungsanlagen: Kurze Leitungswege, Unsichtbarkeit
Videoclip: 55 Qualitätskriterien für Komfortlüftungen 1–Übersicht
Videoclip: Stromverbrauch von Lüftungsanlagen
Videoclip: Lüftungsanlagen: Luftmengenauslegung
Videoclip: Lüftung: CO2 als Indikator und Planungsparameter
  1. Videoclip: Lüftung und Feuchte

    Länge: 15.11 Min.
    Filmsetting: Ausschnitte aus verschiedenen Interviews, erklärende Zwischeneinblendungen
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.1
    Inhalt: Sowohl eine zu niedrige als auch eine zu hohe Raumluftfeuchte sind problematisch. Zu hohe Raumluftfeuchte kann zu Schimmelbildung führen und wird auch von den BewohnerInnen als unangenehm empfunden. Genauso wird zu niedrige Raumluftfeuchte als unangenehm empfunden und kann zu Schäden bei Möbeln führen. Die Raumluftfeuchte sollte im Bereich 30% - 45% (max. 55%) liegen. Feuchtequellen in der Wohnung sind Personen, Duschen, Baden, Kochen, Pflanzen, das Trocknen von Wäsche. Wird eine Lüftungsanlage betrieben, ist eine zu hohe Raumluftfeuchte (und damit das Risiko von Schimmelbildung) praktisch ausgeschlossen. In Wohnungen mit geringer Personenbelegung, in denen also das Risiko von zu niedriger Raumluftfeuchte im Winter bei Betrieb einer Lüftungsanlage besteht, ist ein Lüftungsgerät mit Feuchterückgewinnung zu empfehlen. Das Prinzip des Rotationswärmetauschers, der der Feuchterückgewinnung dient, wird anhand eines Modells erklärt. Neuere Anlagen mit Rotationswärmetauschern sind hygienisch unbedenklich, allerdings sollte der Wärmetauscher nach 10 bis 15 Jahren getauscht werden.

  2. Videoclip: Filter in Lüftungsanlagen

    Länge: 25.47 Min.
    Filmsetting: Ausschnitte aus verschiedenen Interviews, erklärende Zwischeneinblendungen und Fragen, animiertes Schema einer Lüftungsanlage
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.7, 3.2.8, 3.2.9
    Inhalt: Anlagenfilter schützen die BewohnerInnen und die Anlagenkomponenten vor (Fein)Staub und Pollen. Ein Diagramm wird gezeigt, das darstellt, Partikel welcher Größe von welchen Filtern in welchem Ausmaß gefiltert werden. Tabakrauch kann nicht nennenswert gefiltert werden. Dies wird sehr deutlich, wenn man Abluftleitungen von Lüftungsgeräten einer Raucherwohnung sieht. Die gefilterte Zuluft ist weniger feinstaubbelastet als die Raumluft oder die Außenluft. Ein animiertes Schema stellt dar, wo in einer Lüftungsanlage welche Filter sitzen. Zu geringe Filterqualität und schlechte Wartung der Filter sind wesentliche Problempunkte, die bei einer Evaluierung von gebauten Anlagen gefunden wurden. Filter sollen möglichst großflächig sein, je größer die Filterfläche, desto geringer der Druckverlust und Lärm. Zielwerte für Druckverluste bei Filtern werden gezeigt. Je feiner der Filter, umso größer sollte die Oberfläche des Filters sein. Mattenfilter weisen die kleinste Oberfläche auf. Nicht liegende Taschenfilter oder Kassettenfilter ("Z-Line" Filter) weisen eine größere Oberfläche auf und sind insofern zu empfehlen. Abluftfilter (raumseitig, also außerhalb des Lüftungsgeräts) werden in Österreich kaum eingesetzt. Dies wird damit begründet, dass oft vergessen wird, verschmutzte Abluftfilter zu wechseln. Falls keine Abluftfilter eingesetzt werden, sollten die Abluftleitungen nach 10 bis 15 Jahren gereinigt werden. Lüftungsgeräte sollen eine Filterwechselanzeige aufweisen. In großvolumigen (Wohn-)Bauten haben unter dem Gesichtspunkt der Wartung zentrale Anlagen gegenüber dezentralen den Vorteil, dass Filter nur zentral gewechselt werden müssen und nicht in jeder (Wohn-)Einheit.

  3. Videoclip: Materialwahl bei Lüftungsleitungen

    Länge: 11.36 Min.
    Filmsetting: Ausschnitte aus verschiedenen Interviews, erklärende Zwischeneinblendungen und Fragen
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.7
    Inhalt: Die gängigen Materialien für Lüftungsleitungen sind Metall (Wickelfalzrohre) oder Kunststoff. Vereinzelt werden (aus baubiologischen oder bauökologischen Überlegungen) auch Zirbenholzleitungen eingesetzt. Zirbenholz soll positive Wirkungen auf die Gesundheit haben. Die Vor- und Nachteile von Metall- und Kunststoffleitungen werden erörtert. Der Hauptnachteil von Kunststoffleitungen ist, dass diese zu höheren Druckverlusten, damit verbunden höherem Stromverbrauch und höherer Schallbelastung führen können. Es ist schwierig, Kunststoffrohre gerade zu verlegen, außerdem haben diese in der Regel einen deutlich geringeren Rohrdurchmesser. Beim Einsatz von Wickelfalzrohren braucht es mehr Planungsaufwand (wo sind Krümmungen mit welchen Radien anzubringen?) sowie mehr Platz und Aufwand in der Verarbeitung. Wickelfalzrohre sind daher teurer als Kunststoffrohre.

  4. Videoclip: Lüftungsanlage: Dichtheit des Systems

    Länge: 7.34 Min.
    Aufnahmeort: Baustelle, Bürogebäude in Langenlois
    Filmsetting: Demonstration von Formstücken und Rohren; ergänzende Texte und Bilder
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.7
    Inhalt: Eine Lüftungsanlage sollte natürlich möglichst luftdicht sein. Kritisch ist vor allem, dass die Verbindungen zwischen Rohren und Formstücken möglichst dicht ausgeführt werden. Es gibt vier Dichtheitsklassen für installierte Leitungssysteme (A, B, C und D; D ist in dieser Reihe am dichtesten). Für Lüftungsanlagen wird zumindest Dichtheitsklasse C empfohlen. Das Prinzip der Verbindung von Wickelfalzrohren und –formstücken mit Lippendichtungen wird durch Bilder veranschaulicht. Rohre und Formstücke mit Lippendichtungen werden gezeigt und erklärt. Systeme mit Lippendichtungen sind zu empfehlen. Dennoch werden noch häufig Systeme ohne Lippendichtungen eingesetzt, bei denen die Verbindung verklebt wird. Für die Befestigung von Rohren bzw. von Rohren und Formteilen eignen sich Lüftungsschellen besonders gut, eine Nietung oder Verschraubung ist bei Verwendung von Lüftungsschellen nicht notwendig. Die Verwendung von Schrauben ist problematisch, weil diese in den Lüftungsquerschnitt hineinragen und später die Reinigung der Leitungen erschweren.

  5. Videoclip: Qualitätskriterien bei Lüftungsanlagen: Kurze Leitungswege, Unsichtbarkeit

    Länge: 4.54 Min.
    Aufnahmeort: Gleisdorf
    Filmsetting: Aufnahmen in einem Einfamilienhaus mit Lüftungsanlage (Anlagenbesichtigung)
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.7 im Gewerkeraster
    Inhalt: Wesentliche Qualitätskriterien von Lüftungsanlagen sind: ein geringer Energieverbrauch im Betrieb, geringe Luftgeschwindigkeiten sowie eine geringe Schallbelastung. Um das zu erreichen, sind kurze Leitungslängen, große Leitungsquerschnitte und ausreichend Platz für Schalldämpfer notwendig. Ein weiteres Qualitätskriterium, auf das der Interviewpartner besonders hinweist, ist ein ästhetisches, nämlich, dass die Lüftungsleitungen möglichst unsichtbar sind. Das konnte im konkreten Fall durch eine spezielle Planung erreicht werden: Vom Lüftungsgerät werden die Lüftungsleitungen über das Erdgeschoß in das Obergeschoß geführt (man sieht im Erdgeschoß daher Lüftungsleitungen nur an einer Stelle), im Obergeschoß wird die Luft dann entlang einer zentralen horizontalen Achse im Flur zu den Zimmern im Obergeschoß sowie auch zu den Zulufträumen im Erdgeschoß geführt. Diese zentrale Zuluftleitung im Obergeschoß, von der es dann zu den einzelnen Zulufträumen Abzweigungen gibt, ist in einer Schrankzone des Flurs "versteckt" (die Leitung ist im oberen Bereich des Schranks geführt). Es gibt also im Obergeschoß keine Schränke in den einzelnen Zimmern, sondern eine Schrankzone im Gangbereich. In jeder Abzweigung ist ein Schalldämpfer eingebaut. Es wurde in diesem Fall bewusst kein Überströmkonzept (der Zuluft) für die Durchströmung des Wohnhauses umgesetzt, um die Übertragung von Gerüchen zu vermeiden. Der Luftstrom wird erklärt: Die oben in die Räume eingebrachte Zuluft bildet eine Luftwalze entlang des Fensters, strömt als bereits abgekühlte Luft über Öffnungen bei den Türen unten hinaus in den Gangbereich und bewegt sich zum Abluftraum.

  6. Videoclip: 55 Qualitätskriterien für Komfortlüftungen – Übersicht

    Länge: 8.01 Min.
    Aufnahmeort: Büro energieautark consulting gmbh
    Filmsetting: Navigieren durch die Internetplattform komfortlüftung.at mit Hilfe einer Screencapture-Software.
    Inhalt: Wesentliche Komponenten der Internet-Informationsplattform www.komfortlüftung.at werden vorgestellt. Diese Plattform enthält einige für die Planung von Komfortlüftungsanlagen nützliche Dokumente, wie:
    1. Checkliste der häufigsten Fehler aus einer Evaluierung von Lüftungsanlagen aus dem Jahr 2004 (bis heute wegweisend)
    2. (vergleichsweise kurze) Checkliste Komfortlüftung Einfamilienhaus
    3. Dimensionierungshilfe Luftmengen inkl. Auslegungsbeispiel
    4. Checkliste Druckverlust im Einfamilienhaus (mit Maximalwerten für einzelne Bereiche wie Fortluftauslass)
    5. Checkliste Hygiene (zu Ansaugung, Erdwärmetauscher, Kondensatablauf)
    6. Checklise Lüftungsgerät
    7. Checkliste Schall
    8. Info Luftheizung im Passivhaus, neun ergänzende Qualitätskriterien für Luftheizung im Passivhaus
    9. zwei Dokumente zur Auswahl des Lüftungsgeräts:
      1. Lüftungsgerät – Konformitätsbestätigung (Erklärung des Herstellers, dass das Gerät verschiedene Eigenschaften erfüllt);
      2. Liste am Markt verfügbarer Lüftungsgeräte mit Parametern wie Wärmerückgewinnungsgrad (für die Wohnbauförderung entwickelt).
    10. schriftliche Anleitung zu einem Auslegungstool (xls-Datei, die heruntergeladen werden kann)
    11. 16 Bestellkriterien für Komfortlüftungen im Einfamilienhaus (übersichtliche Zusammenfassung der wesentlichen Kennzahlen der Qualitätskriterien)
    12. Vorlage für ein Abnahmeprotokoll für eine Lüftungsanlage
    13. Vorlage für eine Kundenanfrage (der Kunde kann hier sein Wünsche angeben)
    Die 55 Qualitätskriterien sind in 6 inhaltliche Blöcke eingeteilt. Diese Blöcke werden kurz vorgestellt:
    1. Gebäudevoraussetzungen (Luftdichtheit des Gebäudes)
    2. Allgemeine Dimensionierung (Berechnung von Luftvolumenströmen)
    3. Frischluftansaugung, Fortluft, Erdreichwärmetauscher
    4. Lüftungsgerät/Wärmetauscher/Filter
    5. Verteilnetz (Luftleitungen);
    6. Übergabe, Reinigung und Instandhaltung

  7. Videoclip: Stromverbrauch von Lüftungsanlagen

    Länge: 18.37 Min.
    Filmsetting: Ausschnitte aus verschiedenen Interviews, erklärende Zwischeneinblendungen und Fragen
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.1, 3.2.2
    Inhalt: Der Stromverbrauch von Lüftungsanlagen kann in einem relativ großen Bereich schwanken. Gründe für einen hohen Stromverbrauch von Lüftungsanlagen liegen im hohen Druckverlust der Anlage (u.a. aufgrund von niedrigen Rohrquerschnitten und/oder zahlreichen Krümmungen in der Leitungsführung) oder in einem nicht geregelten Heizregister, das für den Frostschutz sorgen soll. Die maximale Leistungsaufnahme eines Lüftungsgeräts (gemessen in Watt pro geförderte Luftmenge pro Stunde, W/m3h) sollte 0,42 W/m3h betragen, als Zielwert stromeffizienter Anlagen ist ein Wert von 0,25 W/m3h anzupeilen (sehr gute Anlagen können auch geringere Werte aufweisen). Anhand eines Rechenbeispiels wird Schritt für Schritt demonstriert, wie man von der ausgelegten Luftmenge den Tages- und Jahresstrombedarf einer Lüftungsanlage abschätzen kann. Eine auf der Informationsplattform www.komfortlüftung.at zu findende Tabelle ist dabei hilfreich: diese Tabelle zeigt die Leistungsaufnahme eines Lüftungsgeräts bei sieben Luftmengen und drei Stromeffizienzklassen. Bei der Abschätzung des Jahresstrombedarfs ist zu beachten, dass es zwei Betriebsweisen der Anlage gibt (einerseits nur während der Heizperiode oder andererseits ganzjährig). Bei sorgfältiger Ausführung einer Anlage sollte bereits bei der Inbetriebnahme die Stromeffizienz überprüft werden. Eine Anzeige der Leistungsaufnahme sollte im Lüftungsgerät installiert sein und bei (zu) hohem Stromverbrauch sollte eine Störanzeige erscheinen. Um den Stromverbrauch eines Lüftungsgeräts oder eines Kompaktgeräts (Lüftung inkl. Heizung und Warmwasser) überprüfen zu können, muss ein Subzähler installiert werden. Bei Kompaktgeräten kann der Stromverbrauch über Multiplikation der Nennleistung mit möglichen Jahresbetriebsstunden grob abgeschätzt werden. Bei gesplitteten Anlagen, d.h. wenn Lüftungsanlage und Wärmeerzeuger (z.B. als Wärmepumpe ausgeführt) getrennt sind, wird die Heizung oft überdimensioniert, was zu einem ineffizienten und belastenden Betrieb für die Heizung durch häufiges Takten führt. Eine Messung des Verbrauchs und eine verbrauchsbezogene Abrechnung ist wichtig (insb. in Mehrfamilienhäusern), um verschwenderischen Umgang einzudämmen.

  8. Videoclip: Lüftungsanlagen: Luftmengenauslegung

    Länge: 22.15 Min.
    Aufnahmeort: Büro energieautark consulting gmbh
    Filmsetting: Erläuterung anhand eines Wohnungsgrundrisses am Flipchart; ergänzende Bilder
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.1
    Inhalt: Die Auslegung der Luftmengen für den Betrieb einer Lüftungsanlage wird für eine Beispielwohnung Schritt für Schritt entwickelt und erläutert. Die Beispielwohnung ist als Grundriss dargestellt, in den Luftmengen und Luftströmungen eingezeichnet werden. Diese Wohnung besteht aus sieben Räumen: Arbeitszimmer (oder Kinderzimmer), Schlafzimmer, Wohn-Esszimmer-Küche, WC, Bad, Abstellraum, Vorraum. Zuerst werden die Zuluft- und die Ablufträume festgelegt. Zulufträume sind Räume für dauerhaften Aufenthalt (Schlaf-, Arbeits-, Wohnräume), Ablufträume sind feuchte- und geruchsbelastete Räume, aus denen die Luft abgeführt wird. Die eingebrachte Zuluft strömt über Türen oder Überströmöffnungen langsam in die Ablufträume (bezogen auf einen druckneutralen Punkt irgendwo in der Wohnungsmitte: Überdruck im Bereich der Zuluft von 2-3 Pascal, korrespondierend ein Unterdruck im Bereich der Abluft von 2-3 Pascal). Die Zulufträume sind Arbeitszimmer (Kinderzimmer), Schlafzimmer, Wohn-Esszimmer, die Ablufträume sind Küche, WC, Bad, Abstellraum. Das im Film gebrachte Beispiel zeigt eine kaskadische Luftnutzung (auch "Doppelnutzung"). Bei einer kaskadischen Luftnutzung wird Luft, die in einem Raum eingebracht wird, auch in einem anderen Raum (oder mehreren anderen Räumen), also erneut, genutzt. Beispielweise strömt im gezeigten Beispiel Luft aus dem Schlafzimmer über den Vorraum anschließend auch in Wohn-Esszimmer-Küche, Bad, WC und den Abstellraum. Die Alternative zur kaskadischen Luftnutzung wäre, in jedem Raum Zu- und Abluft unterzubringen. Dies hat jedoch mehrere Nachteile:
    1. Eine höhere Gesamtluftmenge, damit verbunden ein höherer Entfeuchtungseffekt im Winter;
    2. Die Luft aus belasteten Räumen (wie WC oder Bad) könnte unerwünschterweise in den Vorraum strömen;
    3. Ein erhöhter Verrohrungsaufwand und damit verbunden höhere Kosten.
    Danach werden die Luftmengen für die einzelnen Räume festgelegt. Für die Planung leitend ist dabei, dass die CO2 -Konzentration in den Zulufträumen unter 1000 ppm bleiben sollte (siehe auch Film "Lüftung: CO2 als Indikator und Planungsparameter"). Anhaltswerte für die Luftmengenauslegung von einzelnen Räumen findet man beispielsweise in der ÖNORM H 6038 oder unter www.komfortüftung.at. Falls die genaue Raumbelegung nicht bekannt ist (also insbesondere in Mehrfamilienhäusern) ist für die Planung von einer Standardbelegung auszugehen. Relevante Fragen für die raumweise Luftmengenauslegung sind: Wo halten sich wie viele Personen wie lange bei welcher Aktivität auf? Wo entstehen personenunabhängige Emissionen? Welche Situationen könnten in Bezug auf die Luftqualität regelmäßig unangenehm werden? Die Summe der Zuluft muss in den Ablufträumen abgeführt werden. Eine Daumenregel ist, 40-50% der gesamten Abluft über die Küche abzuführen. Nach der ersten Festlegung der raumweisen Luftmengen wird überprüft, ob das Feuchtekriterium eingehalten werden kann (d.h., dass im Winter in der Wohnung nicht zu trocken wird). Die eingebrachte Luftmenge sollte einen Wert von 40 m3 pro Stunde nicht überschreiten, um das Feuchtekriterium einzuhalten. Da im gezeigten Beispiel das Feuchtekriterium zunächst nicht eingehalten wird, wird die Zuluftmenge im Wohnbereich noch etwas reduziert. Dies ist deshalb nicht notwendigerweise problematisch, weil aus der kaskadischen Luftnutzung zusätzliche Luft aus anderen Zimmern in den Wohnbereich strömt und im "Spitzenlastfall" die Luftmenge erhöht werden kann (Umschalten auf Intensiv-/Partystufe oder zusätzliche Fensterlüftung).

  9. Videoclip: Lüftung: CO2 als Indikator und Planungsparameter

    Länge: 11.33 Min.
    Filmsetting: Ausschnitte aus verschiedenen Interviews, erklärende Zwischeneinblendungen und Fragen
    Bezug auf den Gewerkeraster: Kap. 3.2.1
    Inhalt: In Innenräumen sollte eine CO2 -Konzentration von unter 1000 ppm (der sogenannte "Pettenkofer-Wert") eingehalten werden. Mit CO2 -Ampeln kann visualisiert werden, wann eine derartige CO2 -Konzentration überschritten wird, worauf dann beispielsweise durch Fensterlüftung reagiert werden kann. In Schulen wurden aber bereits deutlich höhere CO2 -Konzentrationen gemessen, Extremwerte liegen hier bei über 7000 ppm. Eine hohe CO2 -Konzentration führt zu einer deutlichen Einschränkung der Leistungsfähigkeit, das ist insbesondere in Schulen bedenklich. Wird in einem Klassenraum ohne Lüftungsanlage während einer Schulstunde nicht gelüftet, kann die CO2 -Konzentration von einem Wert unter dem Sollwert relativ rasch deutlich über den Sollwert ansteigen. Es ist nachgewiesen, dass bis zu einer CO2 -Konzentration von 700 ppm die Leistungsfähigkeit noch steigt. In der Europanorm EN 13779 sind vier Luftqualitätsklassen definiert, in der in Österreich erstellten Richtlinie zur Bewertung der Innenraumluft sind diese vier Klassen übernommen und eine fünfte, noch schlechtere Luftqualitätsklasse, ist hinzugefügt. Auch neue Gebäude (darunter Schulen und Vortragsräume) sind noch so konzipiert, dass sie in die schlechteste Luftqualitätsklasse fallen. Eine Studie hat in 80% der Neubauten eine unzureichende Raumluftqualität in Schlafzimmern festgestellt, dies gilt auch teilweise für Gebäude mit Lüftungsanlagen, wenn zu geringe Luftmengen den Schlafräumen zugeführt werden. Die wichtigste Norm in Österreich für die Planung von Wohnraumlüftungsanlagen ist die ÖNORM H 6038. Die Auslegung einer Lüftungsanlage hat nach Luftmengen zu erfolgen, und nicht nach Luftwechselzahlen, wie das früher noch in der Norm festgelegt war.