Videoclip: Das Passivhaus in der Praxis - Teil 1: Definition Passivhaus
Videoclip: Das Passivhaus in der Praxis - Teil 2: Passivhaus Hauptkomponenten
  1. Videoclip: Das Passivhaus in der Praxis - Teil 1: Definition Passivhaus

    Länge: 10.14 Min.
    Aufnahmeort: Büro Schöberl&Pöll GmbH
    Filmsetting: Vortrag (bzw. Simulation eines Vortrags) für die Örtliche Bauaufsicht
    Inhalt: Zum Einstieg zeigt der Vortragende Bilder von vier Gebäuden und fragt, bei welchen davon es sich um ein Passivhaus handelt. Damit soll gezeigt werden, dass das Passivhaus nicht an eine bestimmte Gebäudeform bzw. Architektur gebunden ist, sondern dass es sich beim Passivhaus um einem Energiestandard handelt. Das Grundprinzip beim Passivhaus besteht in der Verlustminimierung (d.h. der Minimierung von thermischen Verlusten) anstelle der Gewinnmaximierung (d.h. Erreichen von möglichst hohen solaren Gewinnen). Dieses Grundprinzip wird anhand der Thermoskanne veranschaulicht, welche im Vergleich zu einer Glaskanne deutlich weniger Wärmeverluste aufweist. Die Anforderungen an ein Passivhaus (Passivhauskriterien bzgl. Heizwärmebedarf, Heizlast, Luftdichtheit und Primärenergiebedarf) werden vorgestellt und erläutert. Ein Passivhaus ist mit Hilfe des Passivhausprojekterungspakets (PHPP) zu berechnen bzw. zu projektieren – auf die Unterschiede zur Berechnung gemäß Energieausweis wird hingewiesen. Die Anforderung bzgl. Luftdichtheit (n50 ¡= 0,6/h) ist für ein Einfamilienhaus relativ ambitioniert, bei mehrgeschoßigen Gebäuden ist eigentlich bereits ein n50-Wert von z.B. 0,2 ein eher schlechter Wert, weshalb es projektspezifisch strengere Anforderungen diesbezüglich geben kann. Diese Unterschiede zwischen kleinen und großen Gebäuden entstehen aufgrund des unterschiedlichen Oberflächen-Volumen-Verhältnisses. Vergleichbar hinsichtlich der Luftdichtheit werden unterschiedlich große Gebäude durch Heranziehen des q50-Werts (hier ist der Leckagevolumenstrom auf die Gebäudehüllfläche bezogen). Auf die Bedeutung des Primärenergiekriteriums wird hingewiesen – dieses kann nur erfüllt werden, wenn energieeffiziente Haustechnik und Geräte zum Einsatz kommen. Ein zertifiziertes Passivhaus muss auch dieses Kriterium erfüllen.

  2. Videoclip: Das Passivhaus in der Praxis - Teil 2: Passivhaus Hauptkomponenten

    Länge: 9.32 Min.
    Aufnahmeort: Büro Schöberl&Pöll GmbH
    Filmsetting: Vortrag (bzw. Simulation eines Vortrags) für die Örtliche Bauaufsicht
    Inhalt: Die zwei Hauptkomponenten eines Passivhauses werden besprochen: sehr gut wärmegedämmte Gebäudehülle, hocheffiziente Lüftungsanlage. Als Beispiel für die verbesserte Gebäudehülle bei einem Passivhaus wird auf die Verdübelung des Wärmedämmverbundsystems eingegangen. Allein die Dübel können bis zu 8% der gesamten Wärmeverluste bei einem Passivhaus ausmachen. Es gibt zwei Möglichkeiten einer Verdübelung, die sehr geringe Wärmeverluste verursachen bzw. praktisch wärmebrückenfrei sind: Schraubdübel ("Helix") und Klebeanker. Die Wirkungsweise dieser Produkte wird demonstriert. Eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung sollte einen Wärmerückgewinnungsgrad von 80-85% aufweisen (dieser sollte aber abluftseitig und trocken gemessen werden, in Prospekten ist hingegen oft der höhere fortluftseitige Wärmerückgewinnungsgrad angegeben). Auf das im Herbst/Winter 2014 erschienene Planungshandbuch "Hochwertige Lüftungsanlagen für Wohngebäude" wird hingewiesen. Um eine hohe Stromeffizienz einer Lüftungsanlage zu erreichen, ist es wichtig, dass alle Anlagenteile (wie Abluft- oder Zuluftventile) möglichst geringe Druckverluste aufweisen. Zur Berechnung der Druckverluste der Gesamtanlage sind die tatsächlichen Druckverluste der eingebauten Komponenten anzusetzen (Defaultwerte können von den tatsächlichen Werten stark abweichen). Lüftungsgeräte sind für einen bestimmten Druckbereich zugelassen, in diesem müssen sie sich bewegen, sonst sind sie sehr ineffizient, was den Stromverbrauch betrifft. Gerade der Bereich der Stromeffizienz wird bei der Anlagenplanung oft zu wenig beachtet.